Dialog Nr. 84, Inhaltsübersicht

17.02.2009: Schwerpunkt: Energiepolitik

Die 84. Ausgabe des Deutsch-Polnischen Magazins DIALOG ist erschienen. Schwerpunkte bilden die Themen gemeinsame Energiepolitik sowie ein Portrait über Masowien.

Piotr Buras wägt in seinem Artikel die Interessen deutscher Großkonzerne beim Bezug wichtiger Rohstoffe gegen die Interessen der Bürger ab, denen von der Politik das gleiche Interesse vorgegaukelt wird und stellt die Frage nach der zukünftigen Bedeutung russischer Ressourcen für die gesamte EU. Kai-Olaf Lang befasst sich mit Polens eigener Energiepolitik. Besteht in Anbetracht der enormen polnischen Kohlereserven überhaupt eine Rechtfertigung zur Besorgnis? Wie steht es um Polens Möglichkeiten als Transitland für russische Lieferungen nach Westen? Ist Polen Objekt oder Subjekt der geopolitischen Energiepolitik? An diese Ausführungen schließt sich die Frage nach dem Dilemma der polnischen Energiepolitik an - die Frage nach dem Aufholen des Rückstandes nach Jahren des Sozialismus und der Transformation, der Edwin Bendyk nachgeht.

Der zweite Themenschwerpunkt, Masowien, beginnt mit einem Porträt der Region durch Edwin Bendyk. Hierin stellt er die Diskrepanz zwischen der Entwicklung Warschaus zu einer international konkurrenzfähigen Metropole und der Rückständigkeit und auf Tradition bedachten Entwicklung der Wojewodschaft Masowien heraus, die nur scheinbar einen Widerspruch bilden. Diese Thematik wird in einem Interview mit Adam Struzik, dem Marschall der Wojewodschaft, vertieft, bevor das Thema von Roman Daszyński mit einer "touristischen Rundreise durch Masowien" beendet wird, in der zum Vorschein kommt, dass die Wojewodschaft nicht nur Chopin zu bieten hat.

Die Bereiche "Politik" und "Kultur" runden auch die 84. Ausgabe des DIALOG ab. In ersterem legt Joachim Trenkner eine Bilanz zu drei Jahren großer Koalition in Deutschland vor, der sich Jarosław Flis mit einer Analyse der politischen Landschaft Polens anschließt.

Reinhold Vetter beschäftigt sich mit dem politischen Streit über Lech Wałęsas angebliche Agententätigkeit, die im Zuge der Veröffentlichung des Buches der Junghistoriker Sławomir Cenckiewicz und Piotr Gontarczyk im Sommer dieses Jahres erneut in Polen entfachte. Dabei bezieht er durchaus Stellung für Wałęsa und legt den beiden Junghistorikern ihre Oberflächlichkeit dar.

Mit dem kürzlichen Beitritt Polens zur Schengenzone entstand eine völlig neue Situation mit der Ukraine. Dieser geht Andrzej Stach mit seiner Reportage über die Folgen des Schengener Abkommens für die polnisch-ukrainische Grenzregion nach, der sich ein Gespräch mit dem Chefredakteur der Lemberger Zeitschrift "Ji", Taras Wozniak, anschließt, in dem er zur neuen Situation Stellung bezieht.

Den Kulturteil leitet Dorota Danielewicz mit einem Artikel über die Berliner Kunstsammlung von Karen und Christian Boros ein, die sich im ehemaligen Nazi-Bunker im Zentrum der Stadt befindet. Leszek Szaruga beschließt die Ausgabe mit einem humorvollen Bericht über die Stereotypen, die Andrzej Stasiuk in seinem neuen Buch "Dojczland" als Pole in Deutschland vorfand und die ggf. das gängige Deutschenbild der Polen verfeinern dürften.
Sie können ein Einzelexemplar bestellen bei: dpgbv(at)t-online.de

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